Ich habe so eine „damit-mache-ich-nochmal-was“ Sammelmappe. Und da habe ich einen Gelliprint rausgezogen und mit meiner falschen (!) Hand drauf gemalt mit Ölpastellen. Das hat total viel Spaß gemacht. „Falsche“ Hand ist klasse!

Es muss in meinen Genen stecken: Sammeln…. Jedenfalls sammle ich (kleine) Bilder und Wörter, die ich aus allem möglichen ausschneide. So ist ein ganzer Schuhkarton voller wunderbarer Schätze entstanden, aus denen Kollagen entstehen können:

Oder so:

Leider wird Paula Modersohn-Becker beim Fotografieren so blass… Ob die Zeitschrift, aus der ich das ausgeschnitten habe, irgendwie „behandelt“ ist, dass man das nicht vervielfältigen kann? Gibt es sowas?

Weil mich meine beiden Lieblingsthemen noch nicht losgelassen haben, habe ich die wunderbaren „Riesenblätter“ mit Bergen kombiniert-die Idee: Die Blätter als Pappeln (Bäume) am Ufer mit Bergen im Hintergrund:


Leider habe ich kein deckendes Grün, sodass der Hintergrund (also die Berge) sich mehr in den Vordergrund drängen als (zunächst) gewünscht. Oder vielleicht doch nicht?
Jedenfalls liebe ich die türkisen Berge im Hintergrund – und gelber Himmel – auch ziemlich schön, finde ich:


Ja, auch beim Radfahren springen mir Blätter zum Drucken in den Weg….und neulich habe ich unterarmgroße Blätter gefunden. Viele wachsen spiralförmig um ihren Stängel herum, ich habe noch nicht nachgeschaut, um was es sich handelt. Jedenfalls kann man schön mit ihnen drucken:


Und im Keller ist mal wieder (kreatives) Chaos. Ich habe immer Sorge, dass ein Stapel mal ins Rutschen kommt. Mehr Platz wäre schon toll, aber…. naja….


Einen Druck habe ich als „Fake-Cyanotypie“ hergestellt, andere „bunt“:




Dieses hier sieht aus wie „gebatikt“ – die Farbe der ersten Druckschicht war noch nicht trocken.

Und dann entwickelte sich die Idee, die Blätter mit anderem zu kombinieren:

… haben es mir angetan. Auch das Meer mag ich gerne, aber wenn ich mich entscheiden müsste, wo ich sein will, würde ich immer die Berge wählen.

Eine der beeindruckendsten Nächte war eine Sommernacht in den Bergen, klare Luft, nach der Hitze des Tages endlich etwas abgekühlt. Und mit dem Fernglas (!) konnten wir die Jupitermonde sehen. Erdverbunden und doch irgendwie anders.
Dass Berge mit zunehmender Entfernung verblauen, habe ich zum ersten Mal richtig „in natura“ gesehen, als ich am Ufer des Assuan-Stausees stand und nach Süden geblickt habe, Richtung „Nubien“ – in altäyptischer Bezeichnung. Die „Blauen Berge von Nubien“ mit dem Stausee – das werde ich irgendwann noch verewigen.
Ganz „profan“ mit der Gelliplate bedeutet das, dass ich mir Bergsilhouetten aus Packpapier (einfach, weil ich gerne auch das alte Verpackungsmaterial weiter verwende) gerissen habe, und losgedruckt habe. Inzwischen habe ich auch raus, in welcher Reihenfolge ich arbeiten muss: vom Vordergrund zum Hintergrund, die Farbe des Himmels kommt dann über alle vorigen Lagen und nimmt die Farbe für den endgültigen Druck mit…








Und dann habe ich noch eine Version mit „falschen“ Farben ausprobiert:

Aber hier gefällt mir der lila Himmel mit der grünen Sonne gar nicht. Das ist zu kalt.
Jetzt muss noch ein versöhnlicher Abschluss her:

Wenn da nicht die zwei Sonnen wären – ich glaube, irgendwann probiere ich einen ganz großen, zusammengesetzten Druck. Richtig groß!
Cyanotypie ist ein Verfahren, das mich schon lange interessiert. Die chemische Seite schreckt mich allerdings ab. „Fake-Cyanotypie“ ist zwar ein blöder Name (finde ich, weil es so nach Betrug klingt), ist aber mit einer Gelliplate machbar.

Hier habe ich einen Waldmeister mit „Preussisch Blau“ abgedruckt. Der Waldmeister hat noch wochenlang beim Drucken geduftet.



Auch „Unscheinbare“ vom Wegesrand bekommen bei diesem Verfahren Aufmerksamkeit, die sie durchaus verdienen:




Erstaunlicherweise konnte ich sogar noch mit Blättern vom letzten Herbst drucken. Ich hatte Sorge, dass sie in der feuchten Farbe auf der Gelliplate kleben bleiben und zerbröseln, aber es ist gut gegangen. Glück gehabt.



Beim Bild ganz links ist mir das Druckblatt verrutscht. Daher sieht man einmal das Pflanzennegativ (ganz in weiß) und die Pflanzenumrisse (z. B. am Stängel die beiden dunklen Linien).
Eine moderne Interpretation der Cyanotypie…
Ich bin zu spät!!! Die großen Löwenzahnwiesen sind tatsächlich schon verblüht. Also habe ich (vor allem) mit den Blättern gedruckt.

Durch das Drucken habe ich die Geheimnisse der Löwenzahnblätter ein Stück weit gelüftet: Sie sind einfach auch wunderschön!




Und dann noch ein etwas schrillerer Versuch in Kombination mit Aquarellfarbe:

Löwenzahn halt….